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Juni 2009 | Recycling mit Mehrwert


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Es ist der Wunsch eines jeden Einkäufers: Für das eigene Unternehmen stehen recycelte und damit umweltschonende Rohstoffe zur Verfügung und das im Idealfall auch noch zu einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis als vergleichbare Neuware. Bei der Melos GmbH in Melle bei Osnabrück, kommt man schon seit Jahrzehnten diesem Wunsch ein Stück näher: Durch modernste Compounding-Technologie.

Die Basis für den Erfolg ist dabei vor allem das umfassende Know-how, die Erfahrung und die Beratungsleistung des Unternehmens aus Melle: „Viele Firmen“, so Herbert Baur, Leiter Business Development, „überlegen sich sehr genau, ob sie mit ihren Kunststoffresten nicht noch etwas besseres anfangen können. Müssen diese wirklich entsorgt werden oder lassen sich die Reste nicht wieder verwerten und für die eigene Produktion mehrwertorientiert nutzen?“ Die Schwierigkeit bei der Beantwortung dieser Frage ergibt sich in der Regel aus der fehlenden Beratung: Baur: „Oft wird den Firmenvertretern unzureichend erklärt, dass man den Reststoffen auch neue Rohstoffkomponenten zuführen und damit die Eigenschaften des Reststoffes positiv verändern kann, so dass sich andere Anwendungsgebiete erschließen lassen. Große wirtschaftliche und ökologische Chancen gehen somit zum Teil verloren“

Praxisbeispiel: Bodenbelagsindustrie
Dass solche komplexen Umwidmungen von Materialien schon längst keine Utopie mehr sind, beweist das Beispiel Bodenbelagsindustrie. Bereits seit einigen Jahren arbeitet das Unternehmen den geschredderten Randbeschnitt eines Bodenbelages zu neuen Granulaten auf, so dass der Hersteller diese wieder in seinem Produktionsprozess einsetzen kann. Während des Herstellungsprozesses, dem sogenannten Compoundieren, werden dem geschredderten Randbeschnitt zusätzliche Rohstoffe und andere chemische Substanzen beigemischt, so dass ein neuer homogener Stoff entsteht, der dem erweiterten Anforderungsprofil des Kunden entspricht. Ähnliche Konzepte gibt es auch schon aus der Kabelindustrie, wo An- und Ablaufmaterial bei Melos aufbereitet wird und als originärer Rohstoff wieder zum Einsatz kommt.

Baur: „Um zu erkennen, ob sich das Restmaterial für eine neue Anwendung eignet, sind allerdings umfassende chemische Analysen und Tests in unserem Entwicklungslabor notwendig“. Vor allem aber Fachleute, die auch wirtschaftliche und logistische Folgekosten einer Umwidmung abschätzen können. Baur: „Gerade diese Kompetenz in der Suche nach individuellen Kundenlösungen unterscheidet uns von den klassischen Recycling-Betrieben. Diese schreddern häufig die Restmaterialien nur oder verarbeiten sie zu Einheitsmaterialien. Und das am besten in schwarzer Farbe.“

Maschinelle Produktion
Und was passiert bei der Melos GmbH, wenn sich ein Reststoff für die Umarbeitung eignet? „Je nach Zielstellung und Abnehmer des Produktes“, erklärt Herbert Baur, „entwickeln wir in unserem Labor individuelle Rezepturen und fertigen diese Materialien auf unseren Produktionsanlagen. Zur Verfügung stehen Innenmischer mit Austragsextrudern oder Doppelschneckenextruder. Im Mittelpunkt dieser Produktion steht dabei der so genannte Compounding-Prozess. Bei ihm werden in einem ausgeklügelten technischen Verfahren dem Reststoff weitere Rohstoffkomponenten, Stabilisatoren und chemische Ergänzungsstoffe zugefügt und so gezielt der neue Werkstoff verwirklicht. Dessen Vorteil ist am Ende vor allem der Preis und die erzielten Eigenschaften, der einen Vergleich mit Neuware zulässt. Für das gute Preis-Leistungsverhältnis sorgen optimale Produktionsprozesse und ein auf das jeweilige Produkt abgestimmter Maschinenpark. Baur: „Durch den konsequenten Ausbau unserer Maschinenkapazität können wir heute eine Produktionsleistung von bis zu 65.000 Tonnen im Jahr erzielen“

An der Ausdehnung des Recycling-Geschäfts gibt es für die Verantwortlichen von Melos keinen Zweifel: „Wenn sich die Preise für Primärrohstoffe weiter nach oben entwickeln, wird sich der Kostendruck für die kunststoffverarbeitende Industrie weiter verschärfen und der Recycling-Anteil konsequent zunehmen“. Eine Aussage die sich belegen lässt. Seit 2004 wächst der Umsatz um durchschnittlich 20% pro Jahr. Der positive Nebeneffekt: Weniger Abfall und mehr Umweltschutz.

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